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Deutsche Güteklassen auf dem Weinmarkt

Kabinett, Spätlese, Auslese – Jeder hat diese Begriffe schon gehört. Doch was hat es eigentlich damit auf sich?

Deutschland ist ein Land, dass es sehr genau nimmt mit den Güteklassen von Weinen. Die hier sehr differenzierten Qualitätsklassen findet man so in fast keinem anderen Weinbauland. Nach gesetzlich vorgeschriebenen Regeln werden die Weine in die verschiedenen Güteklassen eingeteilt. Diese führe ich hier in aufsteigender Reihenfolge an:

Güteklassen Wein Deutschland

„Deutscher Wein“ – Im Jahre 2009 ersetzte dieser Begriff, der ohne Herkunftsbezeichnung verwendet wird, die Bezeichnung „Tafelwein“. Die Qualitätsanforderungen an diese Weine sind sehrt gering. Die einzige Bedingung ist, dass sie aus heimischen Lesegut von zugelassenen Rebflächen und Rebsorten stammen. Neuerdings dürfen die Winzer auch Jahrgangsangaben und Informationen über die enthaltenen Reben auf das Etikett drucken. Diese Weine dürfen mit einer gesetzlich vorgeschrieben Menge an Zucker angereichert werden, um den Alkoholgehalt künstlich zu erhöhen.

Die größte Gruppe auf dem deutschen Markt sind die Qualitätsweine. Diese müssen zu 100% aus einem der 13 deutschen Anbaugebiete kommen. Außerdem haben diese Weine eine amtliche Qualitätsweinprüfung über sich ergehen lassen müssen, die eine sonsorische und analytische Kontrolle des Weins beinhaltet. Je nach Rebsorte und Anbaugebiet sind unterschiedliche Minimalwerte für den natürlichen Alkoholgehalt vorgeschrieben. Und auch die Oechsle-Werte des Mindestmostgewichts sind je nach dem zwischen 50 und 72 Grad Oechsle vorgeschrieben. Auch Qualitätsweinen darf künstlich Zucker zugeführt werden, allerdings nicht so viel wie bei der Güteklasse „Deutscher Wein“.

Als nächstes folgen die Prädikatsweine, die den höchsten Qualitätsanforderungen stand halten müssen. Anreicherungen sind hier nicht mehr zulässig. Die Prädikatsweine werden in sechs verschiedene Gruppen eingeteilt, die je nach Anbaugebiet und Rebsorte bestimmte Mindestmostgewichte erfüllen müssen. Dabei kann man sagen, dass die südlichen Abaugebiete damit eher strenger umgehen.

Ein Kabinett ist ein feiner, leichter Wein aus reifen Trauben mit geringem Alkoholgehalt.

Spätlesen sind dagegen schon eleganter, und reifer mit feinen, fruchtigen Noten. Sie werden etwas später geerntet.

Edle Weine aus vollreifen Trauben sind die Auslesen, dabei werden die unreifen Beeren „ausgelesen“.

Noch höher steht die Beerenauslese. So dürfen sich bloß volle, fruchtige Weine aus überreifen, edelfaulen beeren nennen.

Die Trockenbeerenauslese ist die Spitze der Qualitätspyramide in Deutschland. Solche Weine werden aus rosinenartig eingeschrumpften, edelfaulen Beeren produziert. Sie sind süß und haben honigartige Nuancen. Die Alterungsfähigkeiten der Trockenbeerenauslesen können viele Jahrzehnte betragen. Die Bedingungen für solche Weine sind nicht in jedem Jahrgang gegeben.

Zuguterletzt kommt noch der Eiswein, der ein wenig speziell ist. Er wird aus Trauben gekeltert, die in gefrorenem Zustand gelesen und verarbeitet werden. Dadurch wird nur das Frucht-Konzentrat ausgepresst. Das Mindestmostgewicht ist gleich wie bei einer Beerenauslese.