Die Weinansprache – Wie drücke ich denn aus, wie ein Wein schmeckt?

2014
05.19

Geschmack ist immer subjektiv. Nicht nur deswegen ist es sehr schwer mit Sprache so auszudrücken, wie ein Wein schmeckt, dass andere es verstehen. Um dem ein kleines bisschen Abhilfe zu schaffen gibt es einfach eine Ansammlung an Begriffen, die Weinansprache, die jedem in der Weinwelt geläufig sind. Mit diesem Vokabular kann man den Geschmack, den Geruch oder die Farbe des Weines so beschreiben, dass andere etwas damit anfangen können. Natürlich heißt das nicht, dass ausschließlich mit diesen Wörtern gespielt wird. Eigentlich sind der Fantasie keine Gedanken gesetzt. Im Weinjournalismus findet man die kreativsten Beschreibungen von den wundervollsten floralen Duftnoten, bis hin zu „Achselschweiß“ und „nassem Hundefell“. Allerdings sind Eindrücke dieser Art sehr unterschiedlich besetzt und so schwer zu definieren. Mit der Weinansprache kann man dagegen nahezu objektiv einen Wein erstmal ganz gut beschreiben und sich das auch einfach notieren.

Wichtig ist allerdings, dass man dieses Vokabular nicht, wie in der Schule auswendig lernen und dann sofort anwenden kann. Es ist wichtig, mit der Zeit praktisch zu ergründen, was denn ein leichter oder schwerer Wein ist, wie alles zusammenspielen muss, um als harmonisch definiert werden zu können.

 

Farbe

Rotweine

+ granatrot, rubin

– braunrot, hellrot, rose

Weißweine

+ bernsteinfarben, goldgelb, gelb, grünlichgelb, hellfarbig

– braun, hochfarbig, wäßrig, farblos

Geruch

+ aromatisch, fruchtig, blumig, duftig, zart

– aufdringlich, duftlos, flüchtig, parfumiert

Säure

+ harmonisch, herb, mild, rassig, stahlig

– grün, sauer, spitz, unreif, weich, ziehend

Süße

+ edle Süße, harmonische Süße, leichte Restsüße, trocken, durchgegoren

– pappig, süß

Körper

+ von edler Fülle, ölig, vollmundig, kräftig, zart, leicht

– plump, dick, dünn

Alkohol

+ schwer, leicht

– arm, brandig, spritig

Reife

+ edelfirn, abgelagert, auf der Höhe, reif, lebendig, frisch, jung

– tot, passe, müde, gealtert, firn, unentwickelt, hefig, gärig, mostig

Weinetiketten – Viele Informationen, man muss sie nur verstehen!

2014
05.05

Jedes Weinetikett ist anders. Nur wenige Angaben findet man überall und das sind meistens nichtmal die interessantesten. Aber um wenigstens ein kleines bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, versuche ich hier einfach als Beispiel das Etikett eines spanischen Rotweines zu erklären:

2005er-Lopez-de-Heredia-Vina-Cubillo-CrianzaEtiketterklärung

 

Unverkennbar ist der Erzeuger und Abfüller dieses Weines das Weingut R. Lopez de Heredia Vina Tondonia. Wenn der Wein nicht vom Erzeuger abgefüllt worden wäre, dann wäre das meistens in kleiner Schrift vermerkt.

Das Anbauland ist unübersehbar angegeben: „Producto de Espana“. Dieser Wein kommt aus Spanien. Und auch das Anbaugebiet ist eindeutig die Region „Rioja Alta“. Noch genauer sogar deren Hauptort „Haro“, in dem laut Angabe sowohl die Weinberge als auch das Weingut ist.

In allen Ländern ist es Vorschrift, dass der Alkoholgehalt angegeben wird. Dieser Wein hat 13% Vol.

Manchmal findet man auch die Rebsorte oder die Rebsorten auf dem Etikett, aber das ist sehr unterschiedlich. Dieser Wein hier besteht beispielsweise aus Tempranillo, Garnacha, Graziano und Mazuelo, wovon wir aber auf dem Etikett nichts erfahren.

Wenn ein Weingut oder eine Region Prädikate oder Klassifizierungen vorweisen kann, so findet man diese im Regelfall auch auf dem Flaschenetikett. Allerdings kann man hier keine allgemeinen Aussagen treffen, da hier große Unterschiede zwischen den verschiedenen Weinrechten der verschiedenen Länder besteht. Das Prädikat, welches dieser Wein vorweisen kann, ist: Denominación de Origen Calificada. Was genau das bedeutet können Sie einen Artikel weiter unten nachlesen.

Die Inhaltsmenge dieser Flasche beträgt 0,75 Liter.

Bei vielen Weinen wird auch der Jahrgang angegeben, der Aussage über das Erntejahr trifft. In diesem Fall wurden die Trauben 2005 geerntet.

Besonders in Deutschland oder Österreich findet man auf den Etiketten immer wieder auch Angaben wie trocken oder lieblich. Aussagen über die Weinsüße werden auf dem Etikett sonst eigentlich nie vermerkt. Ganz vereinzelt steht auf italienischen Desertweinen „dolce“.

 

Falls Sie im Laufe des Artikels Lust auf diesen übrigens vorzüglichen Wein bekommen haben, dann können Sie ihn hier bekommen.

Die Klassifizierungen der spanischen Weine

2014
04.24

Anders als beispielsweise in Deutschland oder Italien sind die Klassifizierungen von spanischem Wein in zwei unterschiedliche Bereiche eingeteilt. Einmal gibt es die Klassifizierung der Weine gemäß dem Grad der Anforderungen im Produktionsprozess. Das findet man auch in Deutschland, Österreich oder Italien. Aber zusätzlich gibt es in Spanien noch die rechtlich festgelegte Klassifizierung des Weines nach seinen Reifungseigenschaften.

1. Qualitätsklassifizierungen der Spanischen Weine:

Vinos de Pago (VP)

Die spanischen Lagenweine sind laut Gesetz die höchste Kategorie der Weine. Dieses Prädikat dürfen nur Weine mit anerkanntem Prestige und klimatischen und bodenkundlichen Unterscheidungsmerkmalen einer bestimmten „paraje“ (Lage) oder eines „sitio rural“ (ländlichen Gebiets) führen.

Vinos con Denominación de Origen Calificada (DOCa)

Das bedeutet so viel, wie „Weine mit qualifizierten Ursprungsbezeichnungen“. Nur Weine, die über einen längeren Zeitraum eine bestimmte Qualität vorweisen konnten, dürfen dieses Bezeichnung tragen. So müssen seit der Anerkennung des DO-Status mindestens 10 Jahre verstrichen sein. Außerdem muss die Abfüllung entweder in dem Produktionsgebiet stattfinden oder bestimmten Qualitätsstandards entsprechen.

Vinos con Denominación de Origen (DO)

Die Weine mit Herkunftsbezeichnung müssen aus einem bestimmten Gebiet stammen. Außerdem müssen sie ein gewisses Prestige aufweisen und vorgeschriebene Standards in der Qualität und der Produktion erfüllen. Dabei sind beispielsweise die genehmigten Rebsorten, die maximalen Hektarerträge oder die Restsüße festgelegt. Ein Wein darf erst durch diese Herkunftsbezeichnung geschützt werden, wenn das Gebiet diese seit mindestens fünf Jahren aufweisen kann.

Vinos de Calidad con Indicación Geográfica (VC)

Hierbei handelt es sich um Weine, die in einer bestimmten Region produziert wurden und auch nur von den Reben dieser Region stammen. Sie müssen nicht so hohe Ansprüche, wie die DO-Weine erfüllen, gehören aber trotzdem noch zu den Qualitätsweinen mit geographischen Angaben.

Vinos de la Tierra (VT)

Vergleichbar mit dem deutschen Landwein gehört diese Einteilung nicht mehr zu den prestigeträchtigen Qualitätsweinen. Neben dem geographischen Ursprung gibt es noch Bedingungen was den Mindestalkoholgehalt anbetrifft.

Vinos de Mesa (VM)

Das ist der einfach spanische Wein, auch Tafelwein genannt. Diese Kategorie beinhaltet alle anderen Weine.

Wein Klassifizierungen Spanien2. Klassische Reifestufe der Spanischen Weine:

Vino Joven

Jahrgangswein, nur im Stahltank gegoren, keine Fassreife

Semicrianza, Barrica, Roble

3-6 Monate Fassausbau

Crianza

min. 24 Monate Barrique und/oder Flaschenreife, davon je nach Region min 6-12 Monate Eichenfass

Reserva

insgesamt min 36 Monate Reifung im Fass und in der Flasche, davon min 12 Monate auf Eiche

Gran Reserva

min 60 Monate in Fass und Flasche, davon min 24 Monate im Eichenfass

 

Wichtig ist zu all diesen Klassifizierungen aber noch zu sagen, dass sie nur die Einteilung der Weine in rechtliche Gruppen darstellen. Das kann etwas über die Qualität des Weines aussagen, muss es aber nicht!