Zinfandel – Muskelprotze unter den Rotweinen

Zinfandel wird hauptsächlich in den USA, vornehmlich in Kalifornien angebaut. Ihren markantesten Ausdruck findet die Vielfalt der kalifornischen Weinindustrie in ihrer wichtigsten blauen Rebe Zinfandel. Aus dieser können ganz unterschiedliche Weine produziert werden. Auf der einen Seite des Spektrums gibt es den halbsüßen, leicht rosaroten White Zinfandel oder Blush Wine, der in Amerika sehr beliebt ist. Neben einem echten Rosé aus Zinfandel, gibt es auch noch eine Vielzahl unterschiedlicher Rotweine. Diese reichen von leichten, früh trinkfertigen, fruchtigen bis hin zu gehaltvollen, schweren „Muskelprotzen“, die im Fass ausgebaut werden. Last but not least kann man aus Zinfandel sogar noch teils aufgespritete, portartige Weine herstellen. Allerdings haben eindeutig die klassischen, im Fass ausgebauten Rotweine die meiste Aufmerksamkeit verdient, denn in überaus köstlicher Weise verbinden diese Klasse und Kraft. Der klassische Rotwein aus Zinfandel besitzt immer viel Alokohl (eher über 13,5%). Der Geschmack ist breit, stark und fast massig.

Zinfandel wird in anderen Regionen auch Plavac mali, Primaticcio, Primativo oder Primitivo gennant.

zinfandel kamin

Europäische Herkunft von Zinfandel:

Die ersten Überlieferungen von Zinfandelreben in Amerika gab es am Anfang des 19. Jahrhunderts. Vermutlich ist der Name eine Veränderung der Verballhornung von Zierfandler. Das ist eine mitteleuropäische Rebsorte. Kalifornische Forscher fanden vor gut 50 Jahren heraus, dass Zinfandel indentische mit dem italienischen Primitivo aus Apulien ist. Auch eine sehr enge Verwandtschaft zum Plavac mali aus Kroatien konnte festgestellt werden. Das führt zu der Annahme, dass die urspürngliche Herkunft der Zinfandelrebe irgendwo an der Adria, in Österreich oder Ungarn liegt. Aber heute gibt es praktisch nur noch Zinfandel, die aus Kalifornien stammen. Bis auf einige wenige Ausnahmen gilt diese Rebe als kalifornische Varietät. Der klassische Rotwein aus Zinfandel besitzt immer viel Alkokohl (eher über 13,5%). Der Geschmack ist breit, stark und fast massig.

Typische Aromen von Zinfandel:

Aromen von Beerenfrüchten,wie zum Beispiel Johannisbeeren, die auch teilweise von einem Anklag süßer Backpflaumen oder Rosinen ergänzt werden, können in einem guten Zinfandel enthalten sein.Auch der Geschmack nach Gewürzen, wie Muskatnuss oder Pfeffer, ist typisch.

Köstliche Kombinationen:

Da Zinfandel-Weine eine sehr große Kraft entwickeln können, und sie ja nicht den Geschmack der Speise überdecken sollen, passen am besten folgende Gerichte zu diesen Rotweinen:

Fleisch: gebackenes, gegrilltes oder gebratenes Scheine- und Rindfleisch, darf auch kräftig gewürzt sein, Eintopfgerichte, Schmorgerichte

Wild: Deftige, gut gewürzte Wildgerichte passen meist ganz gut

Käse: Herzhafter Rotschmierkäse, reife, würzige Hartkäse, wie Gouda mit Kümmel oder Leidener