Önologie studieren – „Entschuldigung, was bitte?“

In diesem Beitrag möchte ich ganz allgemein etwas zum Spezialfach der Önologie und dem Studieren dieser Wissenschaft erklären.
Önologie ist jetzt nicht gerade der typische Studiengang. Im Gegenteil, vermutlich schauen einen die meisten Leute etwas entgeistert an, wenn man behauptet, man würde sich an der Universität der Weinkunde widmen. Doch was genau ist Önologie eigentlich?

Das Wort selbst kommt aus dem griechischen und ist zusammengesetzte aus „oinos“, dem Wein, und „logos“ der Lehre. Somit reden wir bei Önologie von der „Lehre des Weines“, so wie Theologie die „Lehre der Götter“ ist. Prinzipiell behandelt diese Wissenschaft die Weinproduktion, den Weinbau und die Kellerwirtschaft. Wir reden hierbei nicht von reiner Ampelographie, was die Wissenschaft der Rebe wäre und somit nur ein Unterbereich der Önologie, sondern von dem Prozess der Weinkelterei, wobei die Rebenkunde immer wieder auch Teil des Studienganges wird.
Dieses Fach kann man an einigen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz wählen und beendet sein Studium dann entweder mit einem Bachelor oder einem Master in Önologie und Weinbau. Dieser Doppelname kommt daher, dass das Studium inzwischen die beiden Fachrichtungen Kellereitechnik und Weinbergtechnik beinhaltet und somit einen Gesamtüberblick über die fachlichen Winzertätigkeiten gibt. Heutzutage findet man immer mehr Frauen, die sich auf diese Weise zu Winzerinnen ausbilden lassen, auch wenn die „Lehre des Weines“ lange eine Männer dominierte Fachrichtung an den Universitäten war.

Önologie Weinbauwissenschaften
Weinherstellung und Weingenuss ist einfach eine Wissenschaft, der sich Profis widmen müssen. Zum Glück kann man als Laie auch einfach nur genießen. 

Früher war die Winzerei ein Ausbildungshandwerk und viele Winzer hatte keine guten Meinungen von den gehobenen Önologen und Weinwissenschaftlern, aber durchlaufen immer mehr Weingutsbesitzer selber diesen Studiengang und holen sich die fachliche Hilfe studierter Önologen. Denn all das theoretische Wissen, dass ein solcher Experte mitbringt kann auch in der Praxis von großem Nutzen sein. Sei es durch eine Analyse der gegebenen Bedingungen auf dem Weinberg, bei der Wahl des richtigen Fasses aus dem passenden Holz oder bei einer allgemeinen Optimierung der Abläufe auf dem Weingut. Önologen können in der Theorie durch entsprechende Informationen über Terroir, Klimaverhältnisse oder Rebstöcke die Behandlung der Trauben ganz gezielt für diese Platz zu dieser Zeit mit dieser Pflanze optimieren und idealisieren. Auch die später folgenden Kelterprozesse können durch Expertenwissen um einiges professioneller und für jeden Wein individuell perfekt durchgeführt werden.

Prinzipiell kann man sagen, dass ein fertig ausgebildeter Önologe normalerweise in der Forschung arbeitet. Häufig werden diese beispielsweie bei Neuzüchtungen oder Materialentwicklungen herbeigezogen. Allerdings gibt es auch die beratende Seite der Medaille, bei der durch analytische Fähigkeiten, die im Studium erlernt werden sollten, zum Beispiel die Pflege der Reben auf dem Weinberg beraterisch verbessert werden kann. Auch in den Bereichen der Produktvermarktung oder Sortimentssicherung sind Önologen tätig.