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Zinfandel – Muskelprotze unter den Rotweinen


2013
12.20

Zinfandel wird hauptsächlich in den USA, vornehmlich in Kalifornien angebaut. Ihren markantesten Ausdruck findet die Vielfalt der kalifornischen Weinindustrie in ihrer wichtigsten blauen Rebe Zinfandel. Aus dieser können ganz unterschiedliche Weine produziert werden. Auf der einen Seite des Spektrums gibt es den halbsüßen, leicht rosaroten White Zinfandel oder Blush Wine, der in Amerika sehr beliebt ist. Neben einem echten Rosé aus Zinfandel, gibt es auch noch eine Vielzahl unterschiedlicher Rotweine. Diese reichen von leichten, früh trinkfertigen, fruchtigen bis hin zu gehaltvollen, schweren „Muskelprotzen“, die im Fass ausgebaut werden. Last but not least kann man aus Zinfandel sogar noch teils aufgespritete, portartige Weine herstellen. Allerdings haben eindeutig die klassischen, im Fass ausgebauten Rotweine die meiste Aufmerksamkeit verdient, denn in überaus köstlicher Weise verbinden diese Klasse und Kraft. Der klassische Rotwein aus Zinfandel besitzt immer viel Alokohl (eher über 13,5%). Der Geschmack ist breit, stark und fast massig.

Zinfandel wird in anderen Regionen auch Plavac mali, Primaticcio, Primativo oder Primitivo gennant.

zinfandel kamin

Europäische Herkunft von Zinfandel:

Die ersten Überlieferungen von Zinfandelreben in Amerika gab es am Anfang des 19. Jahrhunderts. Vermutlich ist der Name eine Veränderung der Verballhornung von Zierfandler. Das ist eine mitteleuropäische Rebsorte. Kalifornische Forscher fanden vor gut 50 Jahren heraus, dass Zinfandel indentische mit dem italienischen Primitivo aus Apulien ist. Auch eine sehr enge Verwandtschaft zum Plavac mali aus Kroatien konnte festgestellt werden. Das führt zu der Annahme, dass die urspürngliche Herkunft der Zinfandelrebe irgendwo an der Adria, in Österreich oder Ungarn liegt. Aber heute gibt es praktisch nur noch Zinfandel, die aus Kalifornien stammen. Bis auf einige wenige Ausnahmen gilt diese Rebe als kalifornische Varietät. Der klassische Rotwein aus Zinfandel besitzt immer viel Alkokohl (eher über 13,5%). Der Geschmack ist breit, stark und fast massig.

Typische Aromen von Zinfandel:

Aromen von Beerenfrüchten,wie zum Beispiel Johannisbeeren, die auch teilweise von einem Anklag süßer Backpflaumen oder Rosinen ergänzt werden, können in einem guten Zinfandel enthalten sein.Auch der Geschmack nach Gewürzen, wie Muskatnuss oder Pfeffer, ist typisch.

Köstliche Kombinationen:

Da Zinfandel-Weine eine sehr große Kraft entwickeln können, und sie ja nicht den Geschmack der Speise überdecken sollen, passen am besten folgende Gerichte zu diesen Rotweinen:

Fleisch: gebackenes, gegrilltes oder gebratenes Scheine- und Rindfleisch, darf auch kräftig gewürzt sein, Eintopfgerichte, Schmorgerichte

Wild: Deftige, gut gewürzte Wildgerichte passen meist ganz gut

Käse: Herzhafter Rotschmierkäse, reife, würzige Hartkäse, wie Gouda mit Kümmel oder Leidener

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Der wertvollste Weißwein der Welt


2013
11.19

1811 – die gute alte Zeit. Damals, vor über 200 Jahren, wütete noch Napoleon Bonaparte auf den Schlachtfeldern Europas, während Beethovens große Werke erstmalig das Licht der Welt erblickten.

1811 – das ist auch die Jahreszahl, die auf dem teuersten Weißwein der Welt als Jahrgangsangabe steht. Es handelt sich hierbei um einen Chateau d’Yquem aus eben diesem Jahrgang. Eine Flasche dieses Weines von einem Bilderbuch-Chateau im Bordeaux wurde in London vor 2 Jahren im August 2011 verlauft. Für umgerechnet sage und schreibe 85.000 € hat der Franzose Christian Vanneque sich diesen edlen Tropfen zugelegt. Er ist Sommelier und natürlich Weinsammler und sagt selbst er sei „einer kleinen Verrücktheit“ erlegen.

Die erste Frage, die jetzt bei mir aufkommt ist, was man denn überhaupt mit einem Wein in dieser Preisklasse anfangen will. Soll der jetzt als Familienschatz im Tresor eingelagert werden, damit er in weiteren 200 Jahren mit enormer Wertsteigerung verkauft werden kann? Das ist nicht die Absicht von Chrisitan Vanneque. Er, was ihn bei mir unglaublich sympathisch macht, hat tatsächlich vor, diese Flasche Wein zu trinken. Bevor er sich aber diesen Traum erfüllt, stellt er den Oldtimer-Wein erst einmal für die Öffentlichkeit in seinem neuen Restaurant auf der Insel Bali aus. Als wirtschaftlicher Mensch kann man damit nämlich sicher Mehrgewinn erzielen, da ein solcher Weißwein die Kundschaft bestimmt magisch anzieht.

Es ist ja schon beeindruckend, dass man sich eine solche teure Flasche Wein leistet, aber noch viel beeindruckender ist es in meinen Augen, dass man als Genussmensch sich diesen luxuriösen Tropfen auch gönnt, und das ganze nicht nur als wirtschaftliches Geschäft betrachtet. Wenn man sich schon so etwas leistet, dann soll man es auch trinken dürfen. Aus meiner Sicht macht in das eindeutig zu einem coolen Typ, dem man eindeutig den Stempel des Genussfreaks aufdrücken kann.

Aber zusätzlich stellt sich noch die Frage, ob denn ein Weißwein aus dieser Zeit überhaupt noch genießbar ist, da ja Weißweine bekanntermaßen im Normalfall keine lange Lagerungszeit aushalten. Aber da muss der verrückte Franzose keine Bedenken haben. In den 90er Jahren hat der berühmte Weinkritiker Robert Parker exakt diesen Wein aus selbigem Jahrgang und vergab einfach mal saftige 100 von 100 Punkten. Ich denke das dürfte alle Fragen beantworten.

 

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Weinstein – Was ist das eigentlich?


2013
11.05

Das haben Sie bestimmt auch schon mehrfach erlebt. Man öffnet eine gute Flasche Wein, und am Korken oder am Flaschenboden haben sich sandartige Kristalle abgesetzt. Ist das ein Weinfehler? Grund zu Ekel oder zur Reklamation? – Mitnichten! Weinstein ist etwas ganz Natürliches.

Weinstein

Wie entsteht Weinstein?

In Trauben sind verschieden Mineralien wie beispielsweise Kalium oder Kalzium enthalten. Verbinden sich diese Mineralien mit der im Wein vorhandenen Weinsäure, so entsteht Weinstein. In gelöster Form kommt dieser in so gut wie jedem Wein vor. Erst durch die Lagerung oder niedrige Temperaturen  bilden sich daraus kleine, sandartige Kristalle, die sich am Flaschenboden absetzen.

Ist Weinstein gefährlich?

Weinstein ist definitiv ungefährlich und in keinem Fall gesundheitsschädlich. Sie brauchen also überhaupt keine Angst zu haben, wenn aus aus Versehen etwas davon verschluckt wird. Weinstein fühlt sich an wie scharfkantiger Sand und und schmeckt leicht säuerlich. Solche Ablagerungen sind keine Weinfehler und auch kein Merkmal für schlechte Qualität. Farbe, Glanz oder Geschmack des Weins werden durch Weinstein nicht beeinträchtigt.

Ich will aber keinen Weinstein im Glas!

Niemand möchte irgendwelche Ablagerungen oder Körnchen in seinem Glas vorfinden. Um das auch zu vermeiden, wollten Sie den Wein vorsichtig einschenken und dabei darauf achten, den die Kristalle möglichst am Boden der Flasche zu belassen. Rotwein kann auch dekantiert werden. Soll heißen er wird zunächst in eine Glaskaraffe gefüllt. Dadurch wird der Weinstein vom Wein getrennt. Außerdem kann der Wein atmen und entfaltet  an der Luft erst sein richtiges Aroma.