Weinbau im Nahen Osten – Israel und Libanon
In Israel und im Libanon wird schon seit Jahrtausenden Wein angebaut. Zu biblischen Zeiten war das sogar ein bedeutender wirtschaftlicher Zweig der Region. Denn Wein war in der Antike begehrt, und wurde teilweise viele hundert Kilometer weit transportiert.
Allerdings war die ganze Weinproduktion im Nahen Osten schon immer sehr mit den geschichtlichen Entwicklungen in dieser Region verknüpft. So kam sie im 7. Jahrhundert ganz zum Erliegen. Sie musste einer neuen Weltreligion Platz machen. Als jüngste der großen Religionen wurde der Islam Anfang des 7. Jahrhunderts nach Christus gegründet und begann seinen Siegeszug, dem beispielsweise der Weinbau im Nahen Osten zum Opfer fiel. Denn der Konsum von Alkohol ist einem frommen Muslim strickt verboten.
Ein weiteren Meilenstein für den Weinbau in den Gebieten des heutigen Israels und des Libanons legte Papst Urban, als er den ersten Kreuzzug zur Eroberung des Heiligen Landes ausrief. Es folgte eine lange Zeit der Kämpfe zwischen Christen und Muslimen. Die Kreuzritter waren es, die den Weinbau wieder belebten.
Aber vom der Wiederbelebung bis zum Erwachen dauerte es noch etwa weitere 600 Jahre. Erst als die ersten jüdischen Siedler gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit der Zionismusbewegung aufgrund des aufkeimenden Antisemitismus in Europa in das „Heilige Land“ kamen, gewann auch der Weinbau in dieser Region wieder mehr und mehr an Bedeutung.
Weinbau in Israel
Allerdings kann man natürlich im Nahen Osten nicht von einer Weinproduktion ausgehen, die vergleichbar mit Frankreich, Italien oder Deutschland ist. In Israel handelt sich insgesamt um bescheidene 5.000 Hektar Land, die mit Reben bestockt sind, wovon auch nur etwa die Hälfte für die Weinproduktion bestimmt ist.
Einen entscheidenden Beitrag zum israelischen Weinbau lieferte Baron Edmond de Rothschild Ende des 19. Jahrhunderts. Er gründete nämlich eine Stiftung, aus der die beiden größten und bedeutendsten Weingüter Israels hervorgegangen sind: Rishonle-Ziyyon und Zichron-Jacob.
Die meist genutzen Reben in Israel sind Cabernet Sauvignon, Merlot, Chardonnay, Carignan, Grenache und Semillon.
Das größte Weinbaugebiet liegt auf Ausläufern der Golanhöhen in 1000 Metern Höhe.
Besonders für den Weinbau hier ist, dass Israel der weltweit größte Produzent von koscherem Wein ist.
Weinbau im Libanon
Auch im Libanon begann der moderne Weinbau vor etwa 150 Jahren neu aufzukeimen. Allerdings waren in diesem Fall die Jesuiten entscheidend beteiligt, die damals anfingen, die ersten großen Weinekeller zu bauen. Heute sind etwa 3000 Hektar des kleinen Landes am Mittelmeer mit Weinreben bestockt.
Die besten Weine des Libanons kommen aus dem Bekaa-Tal, einer langegezogenen Fläche zwischen zwei Bergkämmen, in des ideals Klima herrscht. Aus Reben wie Cabernet Sauvignon, Syrah und Cinsaut werden hier teilweise internationale geschätzte Spitzenweine kreiert.
Den Namen Chateau Musar werden wohl einige schon gehört haben. Es ist das bekannteste und auch renommierteste Weingut im Libanon und produziert den gleichnamigen, äußerst langlebigen, wuchtigen Rotwein, der unter Kennern zu den besten der Welt zählt. Dieser Wein ist ganz großes Kino. Auch das Weingut Kefraya kann problemlos in der internationalen Weinspitze mithalten.
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