Kerner – Der kleine Bruder des Riesling

Die weiße Rebsorte Kerner gehört zu den erfolgreichen deutschen Neuzüchtungen. 1929 hatte der berühmte Rebzüchter August Herold die Idee roten Trollinger mit weißem Riesling zu kreuzen. Daraus entstand diese neue Rebsorte, die erst „weißer Herold“ genannt wurde. Später wurde sie dann nach dem schwäbischen Dichter Justinus Kerner benannt, der in Weinsberg gelebt hatte, wo die „Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau“ ihren Sitz hatte.

Bedeutung

im Jahre 1969 erhielt der Kerner offiziell Sortenschutz. Und ab den 70er Jahren begannen die deutschen Winzer sich mit dieser neuen Rebe anzufreunden. So verbreitete sich die markante Neuzüchtung von der Pfalz aus in fast alle deutschen Anbaugebiete.

Im Jahr 1992 erreichte der Kerner dann den bisherigen Zenit seines Daseins. Mit einer Rebfläche von über 7.800 Hektar war er vertreten. Seit dem gehen die Bestände nach und nach zurück. Im Jahr 2012 waren noch etwa 3.000 Hektar mit dieser Rebe bepflanzt.

1.000 Hektar in der Pfalz, 400 Hektar an Mosel, Saar und Ruwer, 300 in Württemberg und jeweils ca 200 an der Nahe und im Fränkischen.

Auch im Ausland gibt es Versuche, mit Kerner zu arbeiten.

Kerner, weiße Neuzüchtung aus Deutschland
So sehen Blatt und Trauben des Kerner aus.

Anbau

Weder zu nass, noch zu trocken dürfen die Böden sein, damit die Kernerrebe die besten Ergebnisse liefert. Durch die lange Reifeperiode, bis weit in den Herbst können sehr hohe Mostgewichte erreicht werden, weshalb Kerner auch in allen Qualitätsstufen ausgebaut werden kann. Die Erträge sind meistens recht gut und eigentlich Jahr für Jahr kontinuierlich.

Weine aus Kerner

Kerner wird wirklich in allen Qualitätsstufen angeboten. Vom Tafelwein bis hin zur hervorragenden Spätlese. Die Farbe eines klassischen Kerners bewegt sich zwischen hellgelb und schon fast strohig.

Im Bukett finden sich viele fruchtige Anklänge von Birne, Orange, Grüner Apfel, Johannisbeere oder Aprikose. Es ist aromatischer als bei Riesling Weinen. Die Weine sind sehr säurebetont und manchmal mit einem leichten Muskatton versehen.

Als Speiseempfehlung würde ich trockene bis halbtrockene Kerner-Weine zu dezenten Vorspeisen servieren. Zum Beispiels Fisch- oder Gemüseterrinen. Aber auch ein sommerlich frischer Salat passt hervorragend.