Anbaugebiet Franken – Die Heimat des Bocksbeutels

Franken ist das einzige Anbaugebiet, das vollständig in Bayern liegt. Auf ungefähr 6000 Hektar Rebfläche wird in „Weinfranken“ Wein kultiviert. Es erstreckt sich von Aschaffenburg mainaufwärts über Würzburg bis nach Bamberg.

Klima

Das Klima im fränkischen Raum ist eher kühler als in den westlicheren Regionen Deutschlands. Vor allem harte Winter sind immer wieder zu erwarten. Franken unterliegt kontinentalen Klimaeinflüssen, die für heiße und trockene Sommer und kalte Winter sorgen. Das hat in der Vergangenheit schon dazu geführt, dass in einer Nacht ganze Weinberge erfroren sind. Diese extremen Fröste ziehen sich auch bis tief in die Vegetationsperiode hinein. So kam es auch schon mehrfach vor, dass die gesamte Ernte Ende Mai der Kälte zum Opfer gefallen ist. Das hat dazu geführt, dass sich die Winzer nur noch auf bestimmte, geschütztere Lagen konzentrieren. Beispielsweise im Maintal oder an den Abhängen des Steigerwaldes ist das Risiko nicht ganz so hoch.

Rebsorten

Franken ist klimatisch insgesamt sehr kompliziert für Winzer und auf jeden Fall nicht geeignet für spätreifende Rebsorten, da diese gar nicht die Vollreife erreichen könnten. Daher konzentriert man sich auf frühere Sorten. Noch immer ist der Müller-Thurgau mit über 2400 Hektar der Rebfläche, was 40% entspricht, die mit Abstand wichtigste Rebsorte in Franken.

Der Silvaner, welcher bis vor 30 Jahren noch dominierend war ist allerdings auf 1250 Hektar zurückgewichen, unter anderem um regionalen Neuzüchtungen Platz zu machen. Die häufigsten dieser neuen Kreationen sind der reich tragende Bacchus und der früh reifende Kerner. Mit jeweils 700 Hektar sind sie auf einer stolzen Fläche vertreten.

Obwohl Riesling eigentlich sehr selten verwendet, kommt es in guten Jahren vor, dass fränkischer Riesling deutschlandweit führend ist.

Bocksbeutel
Der Bocksbeutel ist typisch für fränkischen Wein.

Hier der Link zum Weingut Rainer Sauer.

Bocksbeutel

Die Bocksbeutelflaschen sind so etwas wie das Markenzeichen der Weinbauregion Franken. Diese besondere Flaschenform ist sehr flach, bauchig und kurzhalsig. Der Name „Bocksbeutel“ wurde vermutlich vom Hodensack des Ziegenbockes abgeleitet. Der Bocksbeutel ist heute rechtlich gesehen allein dem fränkischen Wein vorbehalten. Lediglich die Winzer im badischen Bereich Tauberfranken, im Umlano von Baden-Baden, das früher dem Fürstbischof vonWürzburg gehörte, und im Norden Portugals können auf eine ebenso lange Tradition verweisen und dürfen ihre Weine ebenfalls in Bocksbeutel füllen.

Charakter der Weine

Die besonderen Böden in Franken sind es, die den Trauben ihren unverwechselbaren Geschmack mitgeben. Buntsandstein, Muschelkal und Gipskeuper bewirken die entscheidenden Unterschiede der Frankenweine zu anderen deutschen Anbaugebieten. Eine hohe Mineralstoffkonzentration sowohl im Boden als auch demnach in den Trauben führen ganz besonders zu dem, was die Franzosen als „Terroir“ bezeichnen. Durch die körperreiche und besonders säurehaltige, trockene Art der meisten Weine wird dieser Geschmackseindruck noch zusätzlich betont. 

Franken ist das einzige deutsche Anbaugebiet, in dem bei Qualitätsprüfungen auch der Mineralstoffgehalt und der Körper des Weines mit einfließen. Zudem dürfen trockene Frankenweine mit maximal vier Gramm pro Liter weniger als die Hälfte an Restzucker enthalten als trockene Weine aus allen anderen Anbaugebieten. Das macht fränkischen Wein zu einem hervorragenden Tischbegleiter.

Aufgeteilt in drei Regionen

Das Weinbaugebiet Franken ist in 3 Bezirke unterteilt. 

Der kleinste dieser Bereiche ist das Mainviereck. Es geht von Aschaffenburg bis Wertheim, wo es an das Maindreieck, den zweiten Bereich, grenzt. Ganz im Osten findet sich dann noch der Steigerwald.